Foto: Werner Kaiser

Es ist Mai, der Monat im Jahr, der für  Aufbruch und Neubeginn steht. Besonders der Neubeginn ist in diesem Mai ein ganz persönliches Thema von Joana Gierga aus Harsum bei Hildesheim, denn nach über zehn Jahren schließt sie ihr Atelier und beschreitet einen neuen beruflichen Weg. Sie verkauft  ihre schönen Modelle und dazu auch die feinen Stoffe, aus denen so viele edle Ballroben und Brautkleider entstanden sind. Sogar Teile der Werkstatt können erstanden werden.
Alles soll raus … und es soll schnell gehen, denn zum Monatsende möchte sie frei sein für ihren Neustart.Joana-Gierga-Kleid-Pailletten-rotJoana-Gierga-Stoffe-XIII
Träume für Party, Ball und Hochzeit aus fließenden Materialien
Im Atelier fällt mein erster Blick auf ein langes, paillettenverziertes Kleid. Der zarte Stoff fließt in geschmeidigen Bahnen  herab und mündet formvollendet in eine zierliche Schleppe. Daneben hängt ein raffiniertes  Abendkleid aus schwarzem Seidentaft, ärmellos und zum Saum hin dezent ausgestellt, schlicht und fast schmucklos bis auf die zarten weißen Blüten am Dekolletee – ein Eycatcher.
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Aber es gibt noch unzählige weitere Modelle aus Materialien wie Chiffon, Brokat und Spitze. Cocktailkleider, Brautkleider und Ballroben.
In den Regalen entdecke ich  Täschchen, satinbezogene Schuhe, vielerlei schmückendes Beiwerk … und jede Menge der Stoffballen, aus denen diese  eleganten Träume für Hochzeiten, Abschlussbälle und Partys gefertigt sind.
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Die Idee von eigener Mode

In ihrer Werkstatt  sehe ich Joana bei der Arbeit zu. Mit flinker Hand umsticht sie einen nachtblauen Spitzenstoff, während sie von ihrer Ausbildung zur Maßschneiderin in Hamburg erzählt  und den wertvollen Erfahrungen, die sie während  eines Handwerkeraustauschs in Marseille sammeln durfte,
„Natürlich hatte ich schon Lust, eigene Mode zu machen, nach meinen Entwürfen zu fertigen.“
Für die Initialzündung ihres Kleinunternehmens sorgte dieser Funke der  überspringt, wenn  Talent, Vision,  Kreativität, Energiegeladenheit und Fleiß im richtigen Verhältnis zueinander stehen. Jener Funke, der schon vielen schöpferisch Tätigen den entscheidenden Impuls zur beruflichen Selbständigkeit gegeben hat.
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Dann legte sie los. Idealerweise war in ihrem Haus  ausreichend Platz für Atelier und  Werkstatt vorhanden, so dass sie die Räumlichkeiten nicht  anmieten musste. Es kam noch ein pragmatischer Gedanke dazu, denn als alleinerziehende Mutter konnte sie zu Hause arbeitend Beruf und Betreuung ihrer damals sechsjährigen Tochter miteinander verbinden.   In ihrem Wohnort verteilte sie Flyer  … und wartete auf Kundinnen.

Foto: Werner Kaiser


Von der Änderungsschneiderei zum großen Fashionevent

Der Anfang verlief zögerlich, wohl auch weil sie Eigenwerbung und „Networking“ zugunsten der Konzentration auf ihre Tätigkeit hintenan stellte. Deshalb sicherte sie ihren Lebensunterhalt zunächst durch Reparaturen und Änderungen von Kleidung. Dann folgten größere Auftragsarbeiten aus der Umgebung.  Sie entwarf Kostüme, Kleider, Hosen und Röcke, erstellte Schnitte und fertigte die Modelle. Immerhin ein Anfang und so wagte sie den nächsten Schritt, in dem sie ihre erste eigene Brautmodenkollektion, anlässlich der  „Hildesheimer Hochzeitsmesse“ einer größeren regionalen und überregionalen Öffentlichkeit vorstellte.

Es folgten weitere Modenschauen und vielen Hildesheimern ist sie sicherlich noch vom „Magdalenenfest“ in Erinnerung. Dort zeigte sie  Barockgewänder, für welche Schülerinnen der Michelsenschule die fantasievollen Hüte kreierten. Den nächsten Bekanntheitsschub brachte die Modenschau „Poolfashion“ am Hohnsensee mit eigens für diesen Zweck gecasteten Models.
Ihre Augen glänzen, wenn sie die Szene beschreibt.
„Der Laufsteg wurde über das Schwimmbecken geführt und es sah aus, als schwebten die Models über das Wasser“.

Werner Kaiser
Werner Kaiser

Die Presse berichtete darüber mit großformatigen Fotos. Es brachte ihr mediale Aufmerksamkeit und weitere Aufträge. Arbeit hatte sie mehr als genug. Sie hätte Näherinnen einstellen können, aber einen festen Arbeitsplatz konnte sie nicht garantieren. Sie hätte ausbilden können, denn den Meisterbrief im Damen- und Herrenschneiderhandwerk hat sie, aber auch einen Ausbildungsplatz hätte sie langfristig nicht sicherstellen können.
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Werner Kaiser

„Die Sommer liefen wirklich gut, darauf konnte ich mich jedes Jahr verlassen“
Aber die Winter liefen nicht. Die Investitionskosten fraßen die Gewinne auf. Die Stoffe, die Zutaten, die Honorare für die Modelle …  ganz zu schweigen von der Arbeitszeit. Für die Modenschauen fertigte sie neben dem täglichen „Butter-und-Brot-Geschäft“ an die fünfzig Modelle. Der Erfolg war da. Was ausblieb war die Sicherheit auch Durststrecken abzusichern, planen zu können und nicht  ständig knappkantig kalkulieren zu müssen.
Nun hat sie sich für den Schritt aus der Selbstständigkeit heraus und in ein festes Arbeitsverhältnis hinein entschieden, der Entschluss reifte schon länger in ihr und wurde immer stärker. Ist sie nicht traurig, wütend oder enttäuscht?
„Nichts von alldem. Ich bin froh darüber, mich so entschieden zu haben, denn am Monatsende weiß ich, was ich auf dem Konto habe.“
Sie hat nicht mehr lange hin und her überlegt, sondern hat entschlossen „klare Kante“ gemacht. Ihrem Metier bleibt sie jedoch treu und  tritt demnächst ihre Stelle als Schneiderin in einem Brautmodengeschäft an.

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Werner Kaiser

Erlesene Kleider für den Abschlussball und Brautmode zum Ausverkaufspreis
Die Modelle zeigen allesamt Joana Giergas schöpferische Bandbreite, die einen eleganten Bogen von  extravagant und glamourös  über zart-beschwingt bis hin zum  stilvollen Understatement beschreibt.
Jetzt ist Mai, der Monat in dem Hochzeiten geplant werden, die Kleider für den Abschlussball ausgesucht werden und in Joana Giergas  Atelier werden   Balldebütantinnen und Brautjungfern bestimmt fündig. Für Bräute wird das rauschende Fest  mit einem traumhaften Brautkleid noch unvergesslicher … komplettiert durch das passende Spitzendessous in Weiß, Champagner und Creme für die sinnlichen Stunden zu zweit.
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Joana-Gierga-Schuhe
„Alles muss raus!“ ist Joanas augenblickliche Devise und damit es schnell geht, verkauft sie alles weit unter Preis. Wer also sein Abend-, Party- oder Brautkleid noch nicht gefunden hat und trotz schmalem Budgets  etwas Hochwertiges, Edles, einfach etwas ganz besonders Schönes sucht, der sollte nicht zögern, mit Joana Gierga Kontakt aufzunehmen,  einen Termin zu vereinbaren und in ihrem Atelier auf Entdeckungsreise zu gehen.

Kontakt
Joana Gierga
Fon: 05127 – 214914

Hier bekommt ihr die Kleider
Joana Gierga Mode

… und für´s Shooting:
Werner Kaiser – Picture Artwork

 

Joana-Gierga-Profil

Modedesignerin Joana Gierga schließt ihr Atelier

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