Alte Schreibmaschine mit Wort Impressum

Jenny ist Bloggerin.
Ihr Wissen  über duftige Blüten, Kräuter, Gewürze und Öle, sowie ihre kreativen Duftideen wollte sie nicht länger für sich  behalten, sondern mit interessierten Menschen im Netz teilen.
Seite und Blog gingen bereits binnen weniger Tage an den Start.
Ihre Beiträge verfasst sie mit sehr viel Liebe zum Detail und auf ihrer Seite bietet sie ihrer stetig wachsenden Abonnentenzahl reichlich Informationen und Anregungen.
Über das Impressum zerbricht sie sich gar nicht erst  den Kopf.
Warum auch?
Hand aufs Herz: Wer interessiert sich denn auch schon für das Impressum?
Blog-Leser sind neugierig auf die Inhalte der Beiträge, auf deren ansprechende Darbietung und den Mehrwert an Informationen.
Juristisch relevante Eckdaten interessieren da nur am Rande, wenn überhaupt.
Schön, wenn es so einfach wäre.
Was für Internetseiten gilt, ist auch für Weblogs gültig.
Gerade Blogs bewegen sich rechtlich gesehen auf unsicherem Terrain und es gibt dort ein paar feine aber äußerst wichtige Unterschiede.

Private Blogs fallen definitiv nicht unter die Impressumspflicht

Ausgenommen von der Impressumspflicht – verankert im Telemediengesetz (TMG §5) und im Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien (RStV §55) – sind Familien- oder private Seiten.
Hier geht man eher davon aus, dass sich der Blog an keine größere Öffentlichkeit richtet.
Wer also  seinen Blog einzig für den Zweck nutzt, um  weit entfernt lebende Verwandte an der Entwicklung seiner Kinder teilhaben zu lassen oder um sich mit anderen über seine Angelleidenschaft auszutauschen, braucht kein Impressum.
Wer hingegen  eine größere und anonyme Leserschaft anspricht, unterliegt der eingeschränkten Impressumspflicht. Das heißt:
Vorname, Zuname und Anschrift sind ein Muss.
Angaben zu telefonischen Erreichbarkeit und Mailadresse jedoch nicht.
Jenny braucht demnach ein eingeschränktes Impressum.

Zwei Jahre später stellt Jenny fest, dass ihr Blog richtig viele Interessenten  auf ihre Seite gelockt hat.
Die Anfragen zu Bezugsquellen und zum Verkauf ihrer eigenen Duftkreationen häufen sich und sie beschließt, sich selbstständig zu machen.
Ihren Blog nutzt sie nun dazu, um noch mehr Follower für ihre Seite und ihr Verkaufsangebot zu gewinnen. Außerdem wirbt sie mit Verlinkungen und Werbebannern für ihre Bezugsquellen, und erhält dadurch recht gute Preisnachlässe.
Aus ihrem ursprünglich hobbymäßig betriebenen Blog ist nun ein gewerblicher geworden.

Gewerbliche Blogs fallen grundsätzlich unter die Impressumspflicht

Gewerblich ist ein Weblog dann, wenn  Werbung für eigene oder fremde Produkte und Dienstleistungen durch ihn betrieben wird.
In diesem Fall dient das umfassende Impressum schlichtweg dem Verbraucherschutz.
Bei allen Vertragsabschlüssen ist es für Kunden wichtig zu wissen, an wen er sich bei Fragen zu Produkt, Reklamation, Widerruf und Bezahlung wenden kann – im Internet wie auch außerhalb.
Fehlt das Impressum, dann kann es teuer werden! Bei hartnäckigen Verstößen und Nicht-Reaktion auf Abmahnungen können Bußgelder bis zu 50.000 € verhängt werden.

Was beinhaltet nun ein umfassendes Impressum?

Name, Anschrift, Telefon- oder Handynummer, Wirtschaftsidentifikationsnummer, Umsatzsteuer-ID, Rechtsform und sonstige berufsspezifische Angaben, wie Kammerzughörigkeit und Zulassungen,  sowie Registereintragungen.
Um nichts zu vergessen oder andersherum „nicht zu viel zu machen“, holt man sich genaue Informationen ein, die zum individuellen Blog  passen.

Jenny ist jedenfalls im Internet fündig geworden und hat sich dort ein kostenloses Impressum „maßschneidern“ lassen.

Links

Allgemeines + Impressumgenerator
Telemediengesetz
Staatsvertrag über Rundfunk und Telemedien

 

 

 

Impressum – Pflicht oder Kür für Blogger?

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